Norwegen will nicht Akku Europas sein – Windgas als Alternative

erstellt am: 08.10.2011 • von: Daniel • Kategorie(n): Energiewende, Gesellschaft, Speicher

Das Konzept der Energiekonzerne, Norwegen als Stromspeicher Deutschlands zu nutzen, ist gescheitert. Das Konzept war ein Standbein des Versuchs, die Erneuerbaren Energien durch die Konzerne zu vereinnahmen.

Von den Wüsten Afrikas bis zur Nordsee wollen Europas Strom-Konzerne ihre neuen Hochspannungsleitungen ziehen, um für die Energiewende fit zu sein.

Ist in der Nordsee gerade Flaute und die Offshore-Windkraftparks produzieren nicht genug Energie, springen norwegische Pumpspeicherkraftwerke für die deutsche Stromversorgung ein. Wird bei starkem Wind in Deutschland zu viel Strom erzeugt, wird Wasser in die norwegischen Reservoirs zurückgepumpt; die Speicherseen sind wieder gefüllt und bis zu 60 Atomkraftwerke könnten ersetzt werden.

Doch die Konzerne haben ihre Rechnung ohne den Wirt gemacht: Die Zeit des Wasserkraftausbaus in Norwegen ist vorbei. Im Februar verabschiedete das Forum for natur- og friluftsliv – mit 600.000 Mitgliedern größter Umweltverband Norwegens – eine Resolution, mit der allen Träume von Norwegen als „Europas grüne Batterie“ abgesagt wurden. Auch die norwegische Industrie- und Energie-Gewerkschaft lehnt solche Pläne nicht ab. Norwegens Wasserkraft kann das angedachte Regulierungspotenzial für Europa nicht leisten. Die Speicherkapazität der norwegischen Wasserkraft reicht gerade für eine jährliche Produktion zwischen 85 und 110 Terrawattstunden und Deutschlands Stromproduktion liegt bei 607! Tiefe Spuren hinterließ bereits der bis in die siebziger Jahre rücksichtslos betriebene Wasserkraftausbau: Flora und Fauna sind dauerhaft zerstört, Fischbestände geschrumpft, viele Tier- und Pflanzenarten völlig verschwunden. Norwegen will nicht der Akku Europas sein

Windgas heißt die billige und schnell zu realisierende dezentrale Alternative.  Überschüssiger Strom wird in Gas umgewandelt und kann im riesigen deutschlandweiten Erdgasnetz gespeichert und dezentral genutzt werden. Die optimale Grundlage für dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung mit Mini-Kraft-Wärme-Kopplung!

Siehe auch Veranstaltung am 19. Oktober im Forum3, 19h , mit Greenpeace Energy zum Thema ‚Windgas‘

Quelle: Rundmail von Barbara Kern und Ulrich Jochimsen (Stuttgart)


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