"Das Menschenrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit wird durch jeden Tag AKW-Betrieb bedroht" warnt Franz Wagner vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn. Von Sicherheitsnachrüstungen sei plötzlich nicht mehr die Rede, ohnehin sind diese schon bei den alten Reaktoren wie GKN II praktisch nicht durchführbar und bei den ganz alten wie GKN I sowieso nicht.
Dass die Brennelementesteuer nun mit der Laufzeitverlängerung verbunden und noch dazu befristet sein soll, ist ein Skandal. Diese Steuer sollte ja unabhängig von den Betriebszeiten ein wenig die Privilegien der AKW-Betreiber vermindern und zur Sanierung von Asse beitragen. Der vorgesehene Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien wird voraussichtlich wieder in die Kassen der großen Konzerne zurück fließen und außerdem nur ohnehin fällige Investitionen bezahlen.
Dazu Gudrun Frank, Regionalvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND: "Unterm Strich bedeuten die AKW-Laufzeiten eine Blockade der Erneuerbaren Energien und den Verzicht auf die Energiewende. Dabei läuft uns die Zeit davon: Rohstoffe gehen zu Ende und der Klimawandel wartet nicht auf spätere Einsicht der Regierung."
Real hochgerechnet mit der zu erwartenden künftigen AKW-Betriebsweise aufgrund der durch das Wachstuns der erneuerbaren Energien blockierten Stromnetze würde die Verlängerung um 8 bzw. 14 Stromjahre eine Betriebszeit von GKN I bis circa 2022 und von GKN II bis circa 2049 bedeuten. Entsprechend dramatisch ist auch die weitere Atommüllproduktion zu sehen, bei völlig ungeklärter Entsorgung.
Noch ist die gestrige Einigung der Koalitionsspitzen nur eine Absichtserklärung. Wieder eine mehr in einem erstaunlichen Schlingerkurs seit der Wahl. Dabei ist es an der Zeit, endlich die Meinung von Experten und den Willen der Bevölkerung wahrzunehmen und nicht nur wie eine Schlange auf die vier Atomkonzerne zu starren.
Die Atomkraftgegner gehen davon aus, dass sich die wahnwitzigen Pläne der Regierung noch stoppen lassen. Sie fordern die Bundestagsabgeordneten der Region auf, bei der Änderung des Atomgesetzes ihrem Gewissen zu folgen und die Verlängerung abzulehnen.
www.Energiewende-HN.de, www.Ja-zum-Atomkonsens.de,
www.BUND.net/heilbronn-franken, www.BBMN.de