Energiewende Heilbronn Blog


Heilbronn vor den atomaren und radioaktiven Gefahren schĂŒtzen! Offener Brief an den Heilbronner OberbĂŒrgermeister

Rakete und Reaktor - abschaffen und stoppen
Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister,

Sie protestieren heute zusammen mit den „Pacemakern“ gegen die weiter bestehende und sogar zunehmende Gefahr durch Atomwaffen in BĂŒchel und international, dafĂŒr möchten wir Ihnen herzlich danken.
Wir alle denken dabei auch an die frĂŒhere Stationierung von Atomraketen in Heilbronn.

Geschichtlich, technisch und politisch auf das Engste mit den Atombomben verknĂŒpft ist die kommerzielle Nutzung der Atomkraft, und auch diese berĂŒhrt Heilbronn in ganz besonderer Weise.

Wir bitten Sie deshalb, Herr OberbĂŒrgermeister, sich engagiert fĂŒr den Schutz Heilbronns und seiner BĂŒrger vor den folgenden Gefahren einzusetzen und rasch die nötigen Schritte zu gehen.

Weiterbetrieb des AKWs GKN II

  • Jeder Tag bedeutet: mehr Strahlung, mehr Unfallgefahr, mehr MĂŒll, gerade auch fĂŒr Heilbronn.
  • Heilbronn muss sich fĂŒr die sofortige Abschaltung einsetzen!
  • Die Infokommission zum GKN muss endlich Heilbronn einbeziehen!

AbrĂŒstung und Demontage des AKWs GKN I und spĂ€ter des AKWs GKN II

  • Das Zerlegen, Freiputzen und Abreißen setzt viel radioaktive Luft direkt bei Heilbronn und viel radioaktives Abwasser in den Neckar frei, Heilbronn muss sich fĂŒr die konsequente Minimierung der Strahlung einsetzen.
  • Das Genehmigungsverfahren ist sehr eingeengt und nicht transparent, Heilbronn muss sich Mitsprache erkĂ€mpfen.
  • Der Neubau zweier zusĂ€tzlicher Atomanlagen in Neckarwestheim (Abrissfabrik „RBZ“ und neues AtommĂŒlllager „SAL“) wird ohne UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung genehmigt werden, und ohne BĂŒrgerbeteiligung. Beide sollen am unsichersten Standort direkt am Neckar gebaut werden. Akzeptiert Heilbronn dieses Absenken von Standards?

Langfristiges Castoren-Lager ohne ausreichenden Schutz, ohne ausreichende Genehmigung

  • Das Neckarwestheimer Castorenlager wird absehbar viele Jahrzehnte lĂ€nger in Betrieb sein als genehmigt. Es hat keinen ausreichenden Schutz gegen Terror und Flugzeugabsturz. Heilbronn wĂ€re bei einem Versagen des Lagers in seiner Existenz bedroht. Und jedes Jahr kommen noch Castoren hinzu.

Langfristiges Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktiven AtommĂŒll

  • Im GKN lagern bereits große Mengen an schwach- und mittelradioaktivem AtommĂŒll. Beim Abriss kommen noch weitere Massen hinzu. Ein neues Lager fĂŒr diesen MĂŒll wird voraussichtlich mehrere Jahrzehnte in Betrieb sein, Normalbetrieb und Störungen bedrohen die Umgebung.

„Freigemessenes“ und „herausgegebenes“ Material in freier Verteilung trifft auch Heilbronn

  • Hunderttausende Tonnen an Anlagen- und GebĂ€udeteilen sollen „freigegeben“ und „herausgegeben“ werden. Dieses Material darf also, auch wenn es noch radioaktiv ist, völlig frei in Umlauf gebracht und beliebig verwendet werden, das ist eine nicht rĂŒckholbare radioaktive Verseuchung der BiosphĂ€re.
  • Als direkter Anlieger des AKWs ist Heilbronn mit seinen BĂŒrgern besonders gefĂ€hrdet, diesem Material konzentriert ausgesetzt zu sein. Heilbronn muss sich aktiv gegen diese Praktiken wehren und den geordneten Verbleib dieses Materials am Standort des AKWs fordern.

Ein kleiner Teil des „freigemessenen“ radioaktiven Materials ist zur Deponierung v.a. auf Bauschutt-Deponien vorgesehen.

  • Steht Heilbronn dauerhaft verlĂ€sslich zum Wort, dass kein „freigemessener“ MĂŒll aus der Atomwirtschaft mehr in der Untertagedeponie eingelagert wird?
  • Stellt Heilbronn sicher, dass kein „freigemessener“ Bauschutt oder anderes „freigemessenes“ Material auf der Deponie Vogelsang landet? Oder gibt es dort eventuell bereits solches Material oder ist die Annahme von solchem Material geplant oder wird vorbereitet? Dann muss die Stadt fĂŒr ihre BĂŒrger volle Transparenz herstellen.
  • Die Annahme von „freigemessenem“ Material in Einrichtungen der Stadt Heilbronn sowie von Firmen mit stĂ€dtischer Beteiligung sollte fĂŒr alle Zeiten eindeutig ausgeschlossen werden.

Hochspannungs-Gleichstromleitungen verzögern möglicherweise die weitere Energiewende

  • Das direkt an Heilbronn angrenzende Umspannwerk Großgartach soll der bundesweit grĂ¶ĂŸte Knoten der geplanten „HGÜ“-Leitungen werden. Nahezu alle Leitungen nach Großgartach gehen ĂŒber Heilbronner Gemarkung.
  • Derzeit ist unklar, ob diese Leitungen der Energiewende nutzen oder diese eher ausbremsen, denn die BefĂŒrworter der Leitungen verbergen ihre eigentlichen BeweggrĂŒnde.
  • Heilbronn als am stĂ€rksten vom HGÜ-Projekt betroffene Stadt muss ein grĂ¶ĂŸtmögliches Interesse an Ehrlichkeit und Transparenz in der Diskussion haben und muss diese Offenheit einfordern. Es darf nicht sein, dass Stadt und BĂŒrger Lasten tragen, die nur kommerziellen Interessen dienen und die Energiewende belasten wĂŒrden.
  • Heilbronn darf nicht dulden, dass das notwendige und mögliche sofortige Abschalten der AKWs mit Verweis auf die Leitungen verzögert wird.

Geplanter Schiffstransport von 15 Castoren aus Obrigheim durch Heilbronn

  • Die EnBW plant, in etwa 5 Schiffstransporten insgesamt 15 Castoren mit hochradioaktiven Brennelementen aus Obrigheim nach Neckarwestheim zu bringen, um sich in Obrigheim den Bau eines Castoren-Lagers zu sparen. Es wĂŒrde eine noch stĂ€rkere Konzentration von AtommĂŒll am Standort Neckarwestheim mit seiner ungeeigneten Geologie bedeuten, der Sinn der Transporte ist nicht nachvollziehbar.
  • Ein Transport von Castoren ist riskant, und er ist vor allen ein Ă€ußerst leichtes Ziel fĂŒr einen Terroranschlag. Schiffstransporte sind nicht erprobt, sind als Terrorrisiko noch viel brisanter als Straßentransporte, bieten besonders beim Schleusen ein sehr einfaches Ziel. Die Zerstörung eines einzigen Castors könnte ganze Landstriche unbewohnbar machen. Die Bergung eines zerstörten Castors aus dem Neckar erscheint aussichtslos.
  • Heilbronn muss zum Schutz der Stadt, des Flusses und seiner BĂŒrger alles tun, um den wahnwitzigen Plan des Castor-Schiffstransportes zu verhindern.

Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister Mergel, wir erinnern uns alle noch an die Zeit, als Ignoranz, LĂŒgen und Vertuschen dafĂŒr sorgten, dass jahrelang Atomraketen in Heilbronn stationiert waren und die Stadt in grĂ¶ĂŸte Gefahr brachten.

Helfen Sie bitte mit, dass sich nicht die gleichen Fehler bei der kommerziellen Atomgefahr wiederholen.

 

AktionsbĂŒndnis Energiewende Heilbronn

 


Wir unterstĂŒtzen die beiden Anti-Atom-AktivistInnen gegen CASTOR-Transporte nach Lubmin – ihr Protest ist auch unser Protest!

erstellt am: 28.03.2015 • von: Franz • Kategorie(n): Allgemein, AtommĂŒll & Castor, Lubmin / Greifswald

Blockmin - Castoren nach Lubmin stoppenDas AktionsbĂŒndnis Energiewende Heilbronn unterstĂŒtzt die beiden Anti-Atom-AktivistInnen gegen CASTOR-Transporte nach Lubmin – ihr Protest ist auch unser Protest!

Am 31. MĂ€rz 2015 werden zwei AtomkraftgegnerInnen, die 2010 gegen den AtommĂŒlltransport nach Lubmin protestiert haben, in Stralsund vor Gericht stehen.

Wir erklÀren uns solidarisch mit den Forderungen der AktivistInnen nach einem Stopp der Atomtransporte und einem sofortigen Atomausstieg.

Wir fordern, dass der wichtigen Auseinandersetzung um unsere Energieversorgung breiter Raum gegeben wird, anstatt sie mit der Strafrechtskeule zu bedrohen. SĂ€mtliche Repressionen gegen die beiden AtomkraftgegnerInnen sind zu unterlassen.

Die beiden UmweltschĂŒtzerInnen verdienen fĂŒr ihre gewaltfreie Aktion und ihre große Zivilcourage, mit der sie fĂŒr eine Abkehr von der Atomtechnik streiten, unseren Respekt und unsere UnterstĂŒtzung!

Mehr Infos: http://blockmin.blogsport.eu


AtommĂŒll ohne Ende: Video-Aufzeichnung vom Vortrag mit Jochen Stay

erstellt am: 25.01.2015 • von: admin • Kategorie(n): Anti-Atom, AtommĂŒll & Castor, FlĂŒgel-TV, Politik

AtommĂŒll ohne Ende, Vortrag mit Jochen Stay, Sprecher von „.ausgestrahlt“

Deutschland ist noch auf Jahre hinaus zweitgrĂ¶ĂŸter Atomstrom- und damit auch AtommĂŒll-Produzent der EU. Der strahlende Abfall-Berg wĂ€chst weiter. Eine sichere Lösung fĂŒr das Jahrtausendproblem AtommĂŒll gibt es nicht. Die „Endlager“-Projekte in Gorleben, Morsleben und der Asse sind gescheitert.

2014 hat der Bundestag das sogenannte Endlagersuchgesetz beschlossen und eine Kommission eingesetzt, die sich angeblich der Probleme annehmen soll. Doch wie sieht die RealitĂ€t aus? Welche Dimensionen nimmt das AtommĂŒll-Desaster in Deutschland inzwischen an? Was bedeutet das neue Gesetz fĂŒr den AtommĂŒll-Konflikt? Was wird aus Gorleben? Wie fĂ€llt der Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit bei der Arbeit der Kommission aus? Und welche alternativen Möglichkeiten gibt es, zu einem gesellschaftlichen Konsens in Sachen AtommĂŒll zu kommen?

Jochen Stay ist Sprecher der Anti-Atom-Organisation „.ausgestrahlt“ und seit etwa 30 Jahren aktiv gegen Atomtransporte und unsichere AtommĂŒll-Lagerung. Er hat die Rolle eines „stĂ€ndigen Beobachters“ der Kommissions-Sitzungen eingenommen. Jetzt sprach er im Rahmen seiner bundesweiten Info-Tour in Ludwigsburg ĂŒber seine Erfahrungen und EinschĂ€tzungen und machte Mut, sich in die AtommĂŒll-Debatte aktiv einzumischen.

Veranstalter des Vortrags in Ludwigsburg am 23.01.2015 waren das AktionsbĂŒndnis Energiewende Heilbronn, der Bund der BĂŒrgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN e.V.) und die BĂŒrgerinitiative AntiAtom Ludwigsburg.

Von fluegel.tv gibt es den Vortrag jetzt als Video – aufgeteilt in 8 Themen: (mehr …)


Der AKW-Abriss betrifft uns alle – jetzt BĂŒrger-Anliegen einwenden zu GKN I

erstellt am: 19.01.2015 • von: Franz • Kategorie(n): Allgemein

Freigabe zum Metallrecycling - Kochtopf - ich war ein Rohr im AKW

Über das Abschalten der AKWs hinaus denken – Unterlagen-Auslegung fĂŒr GKN I hat begonnen – Frist bis 18.3.2015

 Das AktionsbĂŒndnis Energiewende Heilbronn informiert: Zwei Atomkraftwerksblöcke in unserer Nachbarschaft sind abgeschaltet und das ist gut so: Obrigheim und Neckarwestheim I („GKN I“). Das AKW „GKN II“ lĂ€uft allerdings noch. Leider schaffen auch die Stilllegung, der Abriss und der AbrissmĂŒll eines AKWs neue Probleme. Wie baut man ein AKW so auseinander, dass dabei möglichst wenig RadioaktivitĂ€t in Luft und Abwasser gerĂ€t, und auch die Handwerker möglichst wenig verstrahlt werden?

Was fĂ€ngt man mit Anlagen, Restmetall, Beton und anderen Materialien an, von denen eigentlich fast alles RadioaktivitĂ€t abbekommen haben könnte? Immerhin geht es dabei alleine bei GKN I um mehrere hunderttausend Tonnen. Nur der am stĂ€rksten strahlende MĂŒll soll in spezielle AtommĂŒlllager kommen (die bekanntlich noch nicht existieren), was ist mit dem großen Rest? Wenige Prozent davon sollen auf Deponien ĂŒber oder unter Tage kommen (so wie im Heilbronner und Kochendorfer Salzbergwerk schon viel Material aus anderen Atom-Anlagen gelagert wird), aber fast alles (ĂŒber 95%) soll zur freien Verwendung abgegeben werden und kann dann z. B. in fast beliebigen GegenstĂ€nden aus recyceltem Metall landen, in Baumaterialien oder in der MĂŒllverbrennung und deren Rauch oder Schlacke.

Niemand verfolgt die Wege dieses Materials nach. Es darf noch in einem gewissen Maß radioaktiv strahlen, weil man fĂŒr diese so genannte „Freigabe“ entschieden hat, dass jeder Mensch dadurch jedes Jahr eine zusĂ€tzliche Strahlenbelastung von 10 ”Sv oder mehr erhalten darf. Diese Festlegung aus der „Strahlenschutz-Verordnung“ ist wenig bekannt und basiert auf einer leider geheimen Berechnung. Sie bedeutet fĂŒr die Bevölkerung insgesamt eine nennenswerte Zunahme an Erkrankungen.

Das AktionsbĂŒndnis Energiewende schließt sich der Kritik namhafter Fachleute an und fordert, diese Strahlenfreigabe zu verbieten und den gesamten AbrissmĂŒll zu deponieren, und zwar am AKW-Standort. (mehr …)


Die AG AtomErbe Neckarwestheim

AG AtomErbe Neckarwestheim Logo

 

Durch den Weiterbetrieb des Blocks II und
des Castorlagers im AKW Neckarwestheim,
und durch den Abriss des Blocks I in Neckarwestheim
und des AKWs in Obrigheim, ist unsere Region
gleich vielfach vom atomaren Erbe betroffen.

 

Deshalb haben sich mehrere BĂŒrgerinitiativen zur
Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim
zusammengeschlossen, um maximale Transparenz
und klare weitere Maßnahmen zum Schutz
von Mensch und Umwelt einzufordern.

www.AtomErbe-Neckarwestheim.de

 

Die AG AtomErbe Neckarwestheim:

Download:
KurzprÀsentation der AG AtomErbe Neckarwestheim und des Logos (PDF, 2,6 MB)

 

Hier weiterlesen:

Unsere Kritik und unsere Forderungen

AtomErbe – auf diese Erbschaft wĂŒrden wir gerne verzichten

 


Fr. 16.1.15, 19:30 Uhr: Weitere Veranstaltung zum Atomraketen-UnglĂŒck 1985

erstellt am: 09.01.2015 • von: Franz • Kategorie(n): Allgemein

2015-01-16-FlyerDIE LINKE Heilbronn-Unterland und die Organisierte Linke Heilbronn (OL) laden ein:

Atomraketen und Proteste in Heilbronn – 30 Jahre Pershing 2-UnglĂŒck
Am 11.1.2015 jĂ€hrt sich bereits zum 30ten Mal das RaketenunglĂŒck auf der Heilbronner Waldheide. Damals starben 3 US-Soldaten an einer entzĂŒndeten Atomrakete. Heute erinnert nur noch ein kleiner Gedenkstein am UnglĂŒcksort an die Toten. Was steckt aber hinter diesem Jahrestag? Wieso gab es Atomraketen in Heilbronn?
In den Zeiten der Blockkonfrontation zwischen „Warschauer Pakt“ und NATO sorgte ein RĂŒstungswettlauf fĂŒr weltweite Angst vor einem Atomkrieg. Der deutsche sozialdemokratische Bundeskanzler Helmut Schmidt forderte in dieser Situation ein stĂ€rkeres Engagement der USA in Europa. Seine Forderung erfĂŒllte sich im sogenannten NATO-Doppelbeschluss von 1979, in dessen Folge Atomraketen in Westdeutschland stationiert wurden. Diese sogenannten Pershing 2-Raketen konnten von Westeuropa aus Ziele in der Sowjetunion treffen, was eine neue QualitĂ€t in der AufrĂŒstung bedeutete. Ab 1983 wurden die Pershing 2-Raketen geheim auf der Waldheide stationiert. Friedensaktivsten hatten die Raketen beobachtet, von offizieller Seite wurde aber bis zum Brand einer Pershing 2-Rakete am 11.1.85 Geheimhaltung bewahrt.

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So. 11.1.15, 15:00 Uhr, Heilbronn: 30 Jahre Atomraketen-UnglĂŒck auf der Waldheide

erstellt am: 28.12.2014 • von: Franz • Kategorie(n): Allgemein, Anti-Atom, Politik

Motiv RakentenunglĂŒck auf der WaldheideFlyer zur Gedenkfeier

 

RaketenunglĂŒck auf der Waldheide vor dreißig Jahren

Veranstaltung im DGB-Haus Heilbronn am So. 11.1.2015 um 15 Uhr

Am 11. Januar 1985 machte Heilbronn weltweit Schlagzeilen: Eine der auf dem US-Standort Waldheide stationierten Pershing II -Raketen geriet in Brand. Die Folge: Drei Tote, sechzehn Schwerverletzte und große Zerstörungen. Heilbronn schlitterte knapp an einer Atomkatastrophe vorbei. Das FriedensbĂŒro, der DGB und der Heilbronner Friedensrat erinnern mit einer Veranstaltung im DGB-Haus an den Unfall und gehen der Frage nach, welches Bedrohungspotential heute noch von Atomwaffen ausgehen. (mehr …)


Von BrĂŒcken, Tiefgaragen und AufzĂŒgen

erstellt am: 28.11.2014 • von: Franz • Kategorie(n): Allgemein, Klimaschutz, Lokalpolitik, Verkehrswende

BahnhofsbrĂŒcken Freiburg

Diese Woche war ich auf der WiwilĂ­-BrĂŒcke. Die steht in Freiburg und fĂŒhrt ĂŒber den Bahnhof, den Busbahnhof und eine Straße (linke BrĂŒcke auf dem Foto). Eine breite BrĂŒcke, reserviert fĂŒr FußgĂ€nger/inn/en, Radler/inn/en, Rollertreter/inn/en, Rollatorpilot/inn/en usw., in allen Varianten, mit Rollstuhl, mit Tandem, mit Kinderwagen, FahrradanhĂ€nger und anderem.

mehr als 2,5 Mio Radfahrer pro JahrZufĂ€llig geriet ich in die Feier zum 2,5 Millionsten Radler fĂŒr dieses Jahr. Zweieinhalb Millionen von Januar bis November! Das sind durchschnittlich knapp 9000 pro Juli-Tag und immerhin halb so viele pro Dezember-Tag. Dieser ganze Verkehr lĂ€uft flĂŒssig, ohne Absteigen, ohne Treppe, ohne Aufzug, mit gut bewĂ€ltigbarer Steigung auf den Zu- und Abfahrtsrampen (Treppen gibt es zusĂ€tzlich, fĂŒr die, die steil nach oben wollen 😉 )

Rampe zur WiwilĂ­-BrĂŒckeWas wĂ€re, wenn diese Radler/inn/en alle stattdessen mit Autos fahren wĂŒrden?

Bahngleise und Straße zerschneiden die Stadt, die WiwilĂ­-BrĂŒcke verbindet sie wieder, das gleiche schafft zusĂ€tzlich auch die direkt benachbarte StadtbahnbrĂŒcke (rechte BrĂŒcke auf dem Foto oben), diese bietet freie Bahn fĂŒr die Tram und auch wieder fĂŒr FußgĂ€nger/inn/en. Nur Autos mĂŒssen Umwege fahren – Umkehrung der ĂŒblichen Rangfolge mit AbkĂŒrzung fĂŒr motorgetriebene Menschen und Umwegen fĂŒr wirklich auto-mobile Menschen.

Bei der Anreise nach Freiburg fuhr ich gemĂ€chlich von Heilbronn mit der („Eil-„)Straßenbahn ĂŒber Land nach Karlsruhe, um dann in kaum mehr als der halben Zeit mit dem ICE weiter nach Freiburg zu sausen. Dort angekommen, ging es direkt per Aufzug (alternativ per Treppe) nach oben auf die StadtbahnbrĂŒcke, und von dort ohne Stufen geradewegs in die Innenstadt. (mehr …)


Robert Mayer: Pionier der Energiewende und der Nachhaltigkeit

erstellt am: 03.11.2014 • von: Franz • Kategorie(n): Allgemein

Offizielle Briefmarke(Julius) Robert (von) Mayer war nicht der Erfinder des Strichcodes, auch wenn die heute veröffentlichte Briefmarke so ausschaut (Bildquelle: Deutsche Post).

Am Montag 3.11.14 startet offiziell die Gedenk-Briefmarke zum 200. Geburtstag von Robert Mayer. Leider ist die Marke nicht gelungen. Optisch wenig attraktiv, schlecht lesbar, der Zusammenhang zwischen Person, Schlagwort „Energieerhaltungssatz“ und der Messskala erschließt sich dem Betrachter nicht. Geht es da etwa um den Erfinder des Strichcodes? Oder wird der Jahrestag der Fahrenheit-Skala begangen? Weder, noch. Allerdings bekommt die Fahrenheit-Skala am selben Tag eine eigene Marke. Die beiden Marken mit ihren austauschbaren Motiven haben noch etwas gemeinsam: Ab 1.1.15 braucht sie niemand mehr, dann gelten neue Porto-SĂ€tze.
Die 60 Cent-Fahrenheit-Marke lÀsst sich immerhin mit einer Zusatz-Marke auf 62 Cent ausbauen, aber die 90 Cent-Mayer-Marke auf einen 85-Cent-Brief kleben, das werden nur echte Liebhaber tun. Welche Ironie: da hatte man sich extra ins Zeug gelegt und Beziehungen spielen lassen, dass die Marke den Wert von 90 statt wie geplant 145 Cent bekommt. Und ausgerechnet nur die 145 Cent-Marken wird man auch 2015 noch benötigen.

Allerdings: Wenn so Vieles schief lÀuft, dann passt es vielleicht doch zu Julius Robert von Mayer und seinem Leben voller Umwege, SchicksalsschlÀge und WiderstÀnde.

WĂ€hrend des JubiliĂ€umsjahren war oft der leise Vorwurf an Mayer zu hören, er habe die WiderstĂ€nde gegen seine Entdeckungen selbst verschuldet durch den ungenĂŒgenden Gebrauch der physikalischen Fachsprache. Das ist ĂŒberheblich und ist rĂŒckblickend leicht zu sagen. Wie ist es heute? Eigentlich sind die Begriffe „Kraft“, „Energie/Arbeit“, „Leistung“ lĂ€ngst gut definiert und etabliert, trotzdem werden sie oft verwechselt. Aber immerhin haben wir diese Begriffe. Und wenn wir von Energie sprechen, dann gehen wir stillschweigend davon aus, dass sie in all ihren Formen eine Konstante ist, dass sie ein festes Maß hat, dass sie bei allen Umwandlungen erhalten bleibt. Ohne diese Annahme funktioniert der Begriff einfach nicht. Umgekehrt funktioniert die Vorstellung einer konstanten GrĂ¶ĂŸe „Energie“ erst dann, wenn man schon eine Vorstellung von diesem abstrakten Begriff hat.

Die besondere Leistung von Robert Mayer war also tatsÀchlich eine doppelte: zugleich den Begriff und die Vorstellung von dessen Eigenschaften zu entwickeln.
Sinnvollerweise tat er dies durch die Formulierung von Analogien. „WĂ€rmeĂ€quivalent“ ist dabei zunĂ€chst hilfreicher als ein ganz abstrakter Begriff, der erst mit Inhalt gefĂŒllt werden muss, damit er sich in unserer Vorstellungswelt verankern kann.

Ich finde es wunderbar, dass Robert Mayer diese geniale gedankliche Leistung gelungen ist.

nil fit ex nihilo – nil fit ad nihilum (Nichts wird aus Nichts – Nichts wird zu Nichts)

Briefmarkenentwurf F.W.Ich glaube, dass im JubilÀumsjahr auch andere Perlen in Robert Mayers Werk zu wenig beachtet wurden.  Sowohl seine medizinischen Entwicklungen, besonders das Kreislauf-Modell, als auch welche Auswirkungen sein Paradigmenwechsel in der Betrachtung von NaturvorgÀngen auf heutige Konzepte  hat. Das hat mich zu nebenstehendem Briefmarken-Entwurf motiviert.

Wir können gerade Robert Mayer als einen Pionier des Nachhaltigkeitsgedankens sehen. Seine These „Nichts wird aus Nichts – Nichts wird zu Nichts“ bereitete nicht nur den Boden fĂŒr ein modernes VerstĂ€ndnis der Energie, sondern ist auch eine elementare Voraussetzung fĂŒr nachhaltiges Denken und Handeln. „Der Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose“ und „Wer Ware produziert, wird MĂŒll ernten“ könnten heutige Formulierungen des Mayer’schen Erhaltungssatzes sein. (mehr …)


Atomstaat BaWĂŒ: Formalrecht siegt ĂŒber Verantwortung und Moral

erstellt am: 31.10.2014 • von: Franz • Kategorie(n): AKW-Stillegung und Abriss, Allgemein, Anti-Atom, KWO Obrigheim

Gruen angemalte AKWs Lager und Transporte sind sicherGestern urteilte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim, dass alle Bedenken gegen die RechtmĂ€ĂŸigkeit der vom baden-wĂŒrttembergischen Umweltminister erteilten 2. Abrissgenehmigung fĂŒr das AKW Obrigheim aus formalrechtlicher Sicht unbedeutend sind.

Das ist ein schwarzer Tag und bahnt die weitere massive Freisetzung von RadioaktivitĂ€t durch die Abriss- und „Freimess“-Handlungen.

Link: PresseerklÀrung des Gerichts

Link: Homepage der Initiative AtomErbe Obrigheim

Link: Homepage der AG AtomErbe Neckarwestheim

Peter Reinhardt von der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“ schrieb gestern und heute Artikel und Kommentare, die die Problematik und den Prozess völlig verzerrt darstellen.

Hier ein klarstellendes Schreiben an ihn:

Sehr geehrter Herr Reinhardt,

seit langem beobachte ich in Ihren Texten einen sehr schiefen Blickwinkel immer dann, wenn es um Differenzen zwischen BĂŒrgern einerseits und Behörden oder Unternehmen andererseits geht, egal ob das Thema S21, Atomkraft oder anderes ist. Behörden und Unternehmen haben bei Ihnen einen Vertrauensvorschuss, BĂŒrger werden von Ihnen lĂ€cherlich gemacht.

Gerade jetzt wieder besonders krass in Ihren beiden Berichten und Kommentaren zum Obrigheim-Abriss-Prozess (Heilbronner Stimme und Mannheimer Morgen).

Behörden und Unternehmen haben durch Geld und Manpower viel mehr Möglichkeiten, BĂŒrger machen alles in Ihrer Freizeit und auf eigene Kosten. Das ist schon eine schlechte Ausgangsposition. Dass Sie aber als Journalist auf die Blenderei des Umweltministeriums herein gefallen sind, ist schon sehr schade. Ich vermisse eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema und könnte Ihnen in den Texten viele Fehler nachweisen. (mehr …)


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