TeilnehmerInnen für Evakuierungs-Übung gesucht - egal woher

Sa, 15.06.2013, 9:00 Uhr, von Nordheim nach Öhringen

Das Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn sucht im Rahmen der bundesweiten .ausgestrahlt Katastrophenwoche Freiwillige, die am Samstag, den 15.6.2013 mit uns zusammen an einer besonderen Evakuierungsübung teilnehmen wollen.

Rette sich wer kann!

Neun Atomkraftwerke sind in Deutschland noch am Netz. Drei davon sollen noch bis 2021, drei sogar bis 2022 laufen. Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim soll erst als letztes AKW in Deutschland stillgelegt werden. Das bedeutet noch mindestens 9 Jahre das Risiko einer atomaren Katastrophe in unserer Region. Das ist Grund genug für uns, die Evakuierung nach einem Störfall zu üben.

Anhand eines fiktiven Unfallszenarios (hier lesen) wollen wir eine Evakuierung durchspielen:

Was wäre wenn sich ein Jahr vor Abschaltung 2021 ein GAU (größtmöglich anzunehmender Unfall) ereignen würde. Die Katastrophenschutzbehörde des Innenministeriums Baden-Württemberg hat dazu Pläne für die Evakuierung der Bevölkerung bis zu einer Entfernung von 10 km um den Standort des Atomkraftwerkes vorbereitet. Demzufolge müsste Öhringen im Ernstfall alle 7.500 BürgerInnen aus Nordheim aufnehmen.

Selbstverständlich hoffen wir, dass dieses Szenario niemals Realität wird!
Einen echten Schutz vor der Katastrophe gibt es nicht
– gegen den Super-GAU hilft nur rechtzeitiges Abschalten!

Diese Aktion findet im Rahmen der bundesweiten .ausgestrahlt Aktionswoche zum Katastrophenschutz statt.

Mit Unterstützung der BI Anti-Atom Ludwigsburg www.antiatom-ludwigsburg.de und
Dipl.-Ing. Hans Heydemann.

Das Szenario bassiert auf der Auswertung unserer Ballon-Aktion am 9.3.2013. Details

Ablauf der Übung

Am Samstag dem 15.6.2013 um 9:00 Uhr sammeln sich die „Störfall-Flüchtlinge“ am Nordheimer Bahnhof: Mit Kind und Kegel, mit Einkaufskorb direkt vom Markt, noch mit Schürze und Hacke aus dem Schrebergarten in der Hand, aufgescheucht von den Hochzeitsvorbereitungen, Laptop unterm Arm und Datenbrille auf der Nase, Alufolie als Schutz gegen die Strahlung auf dem Kopf, etc. – eben genau so wie man am frühen Samstagvormittag von einem Störfall aufgeschreckt wird und flüchten müsste.

Gemeinsam fahren wir mit der Bahn und Stadtbahn nach Öhringen. Dort hoffen wir auf  Unterbringung und Verpflegung. Mit Handzetteln informieren wir die Öhringer Bevölkerung auf dem Markt und in der Fußgängerzone über unsere Situation. Auf dem Hafenmarkt sollen wir dann dekontaminiert werden. Die BI Anti-Atom Ludwigsburg erwartet uns in Öhringen mit einer inszenierten Dekontaminations-Station. Dipl.-Ing. Hans Heydemann hält eine Rede über die Ausbreitung einer radioaktiven Wolke und Franz Wagner informiert über Sinn und Unsinn der Einnahme von Jod-Tabletten.

Dann beendet wir die Übung und ziehen unsere Konsequenzen auf diesem ungewöhnlichen "Testlauf".

Um 12:38 Uhr fahren wir wieder heim.

weiterlesen

Zeitplan der Bahnfahrt:

Komplett hier (Link)

  • 09:00 Uhr: Sammeln am Bahnhof Nordheim
  • 09:27 Uhr: Abfahrt am Gleis 2
  • 09:32 Uhr: Umsteigen in Heilbronn in die Stadtbahn S4 (Bahnhofsvorplatz)
  • 09:38 Uhr: Abfahrt
  • 10:19 Uhr Ankunft in Öhringen Hbf

Rückfahrt (voraussichtlich):

  • 12:38 Uhr: Abfahrt in Öhringen Hbf
  • 13:18 Uhr Ankunft Hbf Heilbronn (Bahnhofsvorplatz)
  • 13:26 Uhr Abfahrt Regionalbahn
  • ... nach Nordheim
  • ... und weiter bis Stuttgart (RB 19119)

Schreibt uns einfach ganz kurz über unser Kontaktformular oder an kontakt@energiewende-hn.de mit wie vielen Personen ihr teilnehmt, damit wir besser planen können.

Die Fahrt kostet mit dem Metropolticket pro Person ca. 6 €.

Zeitlicher Ablauf der Fiktion eines Störfalls 2021

  • 15.06.2021, 02:00 Uhr
    Der Bedienungsleiter der Frühschicht im Atomkraftwerk Neckarwestheim beginnt pünktlich seinen Dienst und schaltet wie gewöhnlich das Radio SWR 4 an.
  • 15.06.2021, 02:32 Uhr
    Nach einer bislang ruhigen Nacht bemerkt er ein undefinierbares Geräusch.
  • 15.06.2021, 02:40 Uhr
    Das Radioprogramm wird für eine Eilmeldung unterbrochen: „Im südlichen Landkreis Heilbronn hat sich soeben ein Erdbeben der Stufe 4 auf der Richterskala ereignet. Bislang sind keine Schäden bekannt.“
  • 15.06.2021, 02:44 Uhr
    Der Bedienungsleiter wird in die Zentrale gerufen, weil eine Anzeige auf Probleme mit den Steuerungsstäben hinweist.
  • 15.06.2021, 02:46 Uhr
    Die Vorgesetzten diskutieren ob es sich auch um ein Problem mit abgebrochenen Brennelement-Zentrierstiften im unteren Kerngerüst handeln könnte, wie damals in Phillipsburg.
  • 15.06.2021, 02:47 Uhr
    Am Telefon meldet sich ein aufgeregter Mitarbeiter aus dem Kontrollbereich: Risse im Beton im unteren Bereich des Reaktorblocks.
  • 15.06.2021, 02:53 Uhr
    Alle Alarmlampen leuchten. Die RESA (Schnellabschaltung) wird ausgelöst.
  • 15.06.2021, 02:55 Uhr
    Hecktisch blättern die Mitarbeiter in der technischen Dokumentation: Die Steuerstäbe klemmen.
  • 15.06.2021, 03:12 Uhr
    Eine weitere Anzeige weißt auf schlagartigen Druckabfall hin, die Notkühlsysteme sind nicht einsatzfähig. Die Alarmsirenen schrillen, hohe Radioaktivitätsabgaben. Es kommt zu einem weiteren Druckabfall. Ein Blick in die Kontrollkamera 6 bestätigt: An der unteren Hälfte des Reaktordruckbehälters zeigen sich weitere Risse die schnell anwachsen.
  • 15.06.2021, 03:45 Uhr
    Der Vollalarm wird ausgelöst und die Räumung des Kernkraftwerks wird befohlen.
  • 15.06.2021, 04:00 Uhr
    Der Deutsche Wetterdienst meldet wechselnde Windrichtungen.
  • 15.06.2021, 04:30 Uhr
    Die Umsetzung des Katastropheneinsatzplanes (KEP) für die 10 km-Zone um das Kernkraftwerk beginnt.
  • 15.06.2021, 05:00 Uhr
    Beginn der Krisensitzung in der Koordinationszentrale im Landratsamt: Da die A61 wegen eines LKW-Unfalls nur einspurig befahrbar ist, beschließt der Krisenstab, im Gegensatz zur Planung im KEP statt der individuelle Evakuierung mit privat-PKW die Evakuierung mit der Bahn.
  • 15.06.2021, 07:20 Uhr
    In den Gemeinden im 10km-Umkreis in Richtung der sich unaufhaltsam ausbreitenden radioaktiven Wolke heulen die Sirenen. Die Bevölkerung wird per Radio, Fernsehen und Lautsprecherwagen aufgefordert sich schnellstmöglich zu den Bahnhöfen zu begeben.
  • 15.06.2021, 07:30 Uhr
    Außerhalb des 10 km-Radiuses wird die Heilbronner Bevölkerung aufgefordert sich mit ihren Haustieren in ihren Häusers einzuschließen und die Fenster und Türen geschlossen zu halten und nicht mehr auf die Straße zu gehen, um die radioaktive Verseuchung zu vermeiden.
    Nordheim (7.500 Einwohner) liegt in der 10 km-Zone um das GKN. Entsprechend der Vorgaben im KEP soll die Bevölkerung nach Öhringen evakuiert werden.
  • 15.06.2021, 08:00 Uhr
    "Es besteht kein Grund zur Aufregung, alle Maßnahmen zur Beseitigung der Störung und ihrer Folgen sind schon im Gange.", erklärt der Baden-Württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) in einer SWR-Sondersendung.
  • 15.06.2021, 08:40 Uhr
    Die 24 jährige Nicole Kühner aus Nordheim wird jäh aus ihren letzten Hochzeitsvorbereitungen gerissen. Im Brautkleid und unfertiger Hochsteckfrisur eilt sie zum Nordheimer  Bahnhof, Verzweifelt versucht sie unterwegs mit dem Handy ihren Bräutigam Jens Bader aus Horkheim zu erreichen. Das Mobilfunknetz ist hoffnungslos überlastet. Stunden später erfährt sie, dass Jens nach Nürtingen evakuiert wurde.
  • 15.06.2021, 09:27 Uhr
    Der erste Zug mit Flüchtlingen fährt in Nordheim ab.

 Zeitplan unserer "Evakuierungs-Übung" 2013

  • 15.06.2013, 09:00 Uhr
    Auf dem Bahnsteig des Nordheimer Bahnhofs sammeln sich die Menschen.
  • 15.06.2013, 09:27 Uhr
    Am Gleis 2 fährt die Regionalbahn RB 19110 mit den ersten Strahlen-Flüchtigen aus Nordheim mit Ziel Heilbronn und weiter nach Öhringen ab.
  • 15.06.2013, 09:32 Uhr
    Der Zug der Deutschen Bahn kommt am Heilbronner Hbf an. Innerhalb von 6 Minuten müssen alle in die Stadtbahn umsteigen
  • 15.06.2013, 09:38 Uhr
    Die S-Bahn fährt ab.
  • 15.06.2013, 10:19 Uhr
    Ankunft in Öhringen und Fußweg zur Dekontaminationsstelle am Hafenmarkt.
  • 15.06.2013, 10:34 Uhr
    Die Flüchtlinge stehen verunsichert an verlassenen Zelten.
    Die Öhringer sind schon geflüchtet. Die Strahltung ist schon angekommen.
  • 15.06.2013, 10:40 Uhr
    Nordheimer Bürger irren verzweifelt durch die Stadt und suchen nach Zurückgebliebenen.

Ende der Evakuierungsübung

Weitere Aktion im Anschluss
Wir ziehen unsere Konsequenzen aus den Erfahrungen mit dem Katastrophen-Einsatzplan.

Dan fahren die Teilnehmer zurück nach Heilbronn und Nordheim.

  • 15.06.2013, 12:38 Uhr
    Rückfahrt Öhringen Bahnhof Gleis 3
  • 15.06.2013, 13:18 Uhr
    Ankunft in Heilbronn, Bahnhofsvorplatz
  • Weiterfahrt nach Nordheim, Beispielsweise um 13:26 Uhr möglich.
GKNNeckarwestheim.png

Bei der großen Antiatomdemonstration am 9. März 2013 in Neckarwestheim fand auch eine Luftballonaktion statt. Circa 500 Ballons mit angehängter Rücksendepostkarte wurden an die Teilnehmer der Kundgebung ausgegeben. Diese haben die Ballons gemeinsam vor dem Atomkraftwerk in den Himmel steigen lassen. Ziel dabei war, die Ausbreitung von radioaktiven Substanzen aus dem Reaktor zu visualisieren.

Evakuierungsplan.png

Den Ortschaften im 10km-Radius um Neckarwestheim sind "Partnerstädte" zugewiesen in denen die Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Je nach Windrichtung liegen diese mitten in der verstrahlten Zone.

  1. Image 1
  2. Image 2

Obenstehende Karten können hier in hoher Auflösung heruntergeladen werden:

GKNNeckarwestheim.png

Ausbreitung einer radioaktiven Wolke - Visualisierung der Auswertung der Ballon-Aktion vom 9.3.2011 (2. Fukushima-Jahrestag).
png, 9.4M, 06/11/13, 718 downloads

width: 3179px, height: 2245px
mode: , MIME type:
format: landscape

Evakuierungsplan.png

Partnergemeinden der Orte im 10km-Radius
png, 7.6M, 06/11/13, 536 downloads

width: 3031px, height: 2197px
mode: , MIME type:
format: landscape

Regierungspräsidium: Fukushima könnte möglicherweise Konsequenzen für den Katastrophenschutz haben

Am 13.08.2012 hat der BUND beim Regierungspräsidium angefragt ob und wann die Erfahrungen aus Fukushima zu Konsequenzen für den Katastrophenschutz in der Umgebung des Atomkraftwerks Neckarwestheim führen.

Am 01.02.2013 hat das Regierungspräsidium geantwortet: "[...] Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind für die erste Jahreshälfte 2013 avisiert und könnten nach unserem Eindruck möglicherweise auch in neue (bundeseinheitliche) Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz münden."

Wir veröffentlichen das Schreiben hier:

Fahrplan 2013

Sa, 15.06.2013

Stuttgart Hbf ab 08:45 Regionalbahn RB 19110
Ludwigsburg ab 08:56  
Bietigheim-Bissingen ab 09:04  
Besigheim ab 09:09  
Walheim(Württ) ab 09:12  
Kirchheim(Neckar) ab 09:16  
Lauffen(Neckar) ab 09:22  
Nordheim(Württ)
ab 09:27
 
Heilbronn Hbf an 09:32
 
Fußweg  5 Min.    
Heilbronn Bahnhofsvorplatz
ab 09:38

Stadtbahn S4 Richtung Öhringen-Cappel
Heilbronn Neckar-Turm/K.-S.-Pl ab 09:40  
Heilbronn Rathaus ab 09:42  
Heilbronn Harmonie ab 09:43  
Heilbronn Friedensplatz ab 09:44  
Heilbronn Finanzamt ab 09:45  
Heilbronn Pfühlpark ab 09:47  
Heilbronn Trappensee ab 09:48  
Weinsberg West ab 09:50  
Weinsberg ab 09:52  
Weinsberg/Ellhofen Gewerbegebiet ab 09:54  
Ellhofen ab 09:56  
Sülzbach ab 09:58  
Sülzbach Schule ab 09:59  
Willsbach ab 10:01  
Affaltrach ab 10:03  
Eschenau(b Heilbronn) ab 10:05  
Wieslensdorf ab 10:07  
Scheppach ab 10:09  
Bretzfeld ab 10:11  
Bitzfeld ab 10:13  
Öhringen West ab 10:16  
Öhringen Hbf an 10:19