2021-06-03 | Energiewende Heilbronn: Klimaschutz-Masterplan • Gas-Kraftwerk • 4.6. FFF-Demo

Newsletter vom 03.06.2021 im Newsletter-Archiv des Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn

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  • Projektion
  • Klimaschutz-Masterplan
  • Mit Pups-Kissen gegen das Gaskraftwerk
  • ...und was die Wissenschaft meint
  • 04.06., 16:30 Uhr: Fridays for Future Demo in Heilbronn
  • Spenden
  • Energiewende-Telko statt -Treffen

Hallo,

es ist viel passiert seit dem letzten Energiewende-Newsletter Anfang März.

Erst haben wir mit einer spektakulären Aktion auf dem Heilbronner Rathausdach eine Photovoltaik-Anlage "installiert" (zumindest für eine Nacht) und damit dem Klimaschutz-Masterplan Beine gemacht. Dieser wurde zwei Wochen später dann endlich in den Gemeinderat eingebracht: unsere Pressemitteilung mit einer ersten Einschätzung findet ihr unten.

Dann haben unsere Recherchen aufgedeckt: Die EnBW plant allem Klimaschutz-Marketing zum Trotze ein neues Gaskraftwerk in Heilbronn. Mit einer frechen Aktion haben wir die Heilbronner Stadträte darauf aufmerksam gemacht. Die Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, die Rhein-Neckar-Zeitung und die Heilbronner Stimme berichteten darüber. Im Stimme-Artikel wurden zwei Studien zum Thema zitiert. Die Wissenschaftler haben auf unsere Nachfrage eindeutig Position bezogen.


Klimaschützer installieren Photovoltaik-Anlage auf dem Heilbronner Rathaus

Photovoltaik-Anlage auf Rathaus

Pressemitteilung vom 17.03.2021

Am Mittwoch, 17.03.2021, projizierten Klimaschützer vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn zusammen mit dem BUND Regionalverband Heilbronn-Franken eine Photovoltaik-Anlage auf das Heilbronner Rathausdach mit dem Slogan „Energiewende = Klimaschutz“.

„Um das in Paris vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5°C zu begrenzen, zu erreichen, muss Deutschland bis spätestens 2035 Klimaneutralität erreichen“, erklärt Gottfried-May-Stürmer vom BUND. Dazu müsse die Energiewirtschaft, heute mit Abstand der größte Produzent von Treibhausgasen, vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. In der Großstadt Heilbronn kommt dafür kurzfristig nur Solarenergie in Frage.

„Um die internationalen Klimaziele zu erreichen muss bis 2030 auf jedem Dach in Heilbronn eine Photovoltaik-Anlage installiert sein.“, fordert Daniel Knoll von der Energiewende Heilbronn. Seit über einem Jahr hat das Rathaus ein Klimaschutzkonzept in der Schublade liegen. „Wann kommt das endlich ans Sonnenlicht und in den Gemeinderat?“, fragt Knoll weiter.

Die Projektion soll auch eine Aufforderung an alle Heilbronner Dachbesitzer sein, alle geeigneten städtischen Dächer zügig mit Photovoltaikanlagen auszustatten. „Sonnenstrom ist inzwischen die mit Abstand günstigste Form der Stromerzeugung.“, erklärt das Energiewende-Bündnis. Obwohl in Heilbronn schon vor über 50 Jahren die ersten Solarzellen entwickelt wurden seien in der Stadt noch die meisten Dächer oben ohne.

Die Forderung, durch Umstellung auf 100% erneuerbare Energien das in Pariser Klimaziel zu erreichen, wird auch beim Klimastreik von Fridays for Future unterstützt. Fridays for Future Heilbronn rufen zu einer Kundgebung am 19.03.2021, 16:00 auf dem Kiliansplatz auf. Anschließend ist eine Fahrrad-Demonstration geplant.

Hintergrund: Das Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn hat in einem ausführlichen Klimaschutzkonzept ein Versorgungsszenario für ein 100% Erneuerbar versorgtes Heilbronn mit Verkehr, Wärme und Strom vorgestellt. Das größte Energie-Potential bietet in der Weinstadt Heilbronn die Sonne. Dafür müssen alle Dächer mit Photovoltaik-Anlagen belegt werden und zusätzlich große Solarparks oder Agrivoltaik-Anlagen gebaut werden.

Spenden-Aufruf

Die Aktion war recht aufwändig. Um die gut sichtbare Projektion zu ermöglichen mussten wir einen großen Profi-Beamer mieten. Die Event-Technikfirma hat sich über den ersten Auftrag seit Monaten im Corona-Lockdown sehr gefreut. Wir konnten die Miete dank der finanziellen Unterstützung von BUND, EnerGeno und euren Spenden finanzieren. Um unser Konto wieder aufzufüllen freuen wir uns über weitere Unterstützung!

Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar e.V.
Stichwort „Energiewende Heilbronn“
VR-Bank Stromberg-Neckar eG
IBAN DE04 6049 1430 0471 7900 01
BIC GENODES1VBB


Zwei Wochen nach unserer Aktion kam der Klimaschutz-Masterplan endlich in den Gemeinderat. In kürzester Zeit haben wir das Werk analysiert und eine Pressemitteilung veröffentlicht:

Photovoltaik schnell ausbauen – kein Ersatz von Kohle durch Erdgas!

Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn und BUND begrüßen Masterplan Klimaschutz

Pressemitteilung vom 30.04.2021

Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn und BUND Regionalverband freuen sich, dass nun endlich der Klimaschutz-Masterplan vorliegt. Vor wenigen Wochen hatte das Energiewende-Bündnis mit einer auf das Rathausdach projizierten Photovoltaik-Anlage darauf aufmerksam gemacht, dass der Klimaplan nach weit über einem Jahr noch immer in der Schublade lag.

Wichtig ist den Klimaschutz-Aktivisten, dass ein Klimaschutz-Controlling zur Steuerung der Maßnahmen hinsichtlich der Zielerreichung aufgenommen wurde. Da der Plan in der Schublade inzwischen einigen Staub angesetzt hat, müssen die definierten Ziele bald an die ambitionierteren neuen Vorgaben der Europäischen Union angepasst werden. Um das Pariser Klimaziel 1,5°C zu erreichen, muss Heilbronn 2035 klimaneutral sein, als Zwischenziel sollten 2030 bereits 100% Erneuerbare Energien erreicht werden.

Der Masterplan enthält wichtige Instrumente, um dies zu erreichen:

BUND und Energiewende-Bündnis setzen sich seit 10 Jahren für die Nutzung der Windkraft auf Heilbronner Gemarkung ein. „Wir freuen uns sehr auf die Ergebnisse der vorgesehenen Machbarkeitsstudie für die Errichtung von Windparks“, so BUND-Regionalgeschäftsführer G. May-Stürmer.

Wichtigster Hebel, um der jungen Generation auch zukünftig ein lebenswertes Heilbronn zu bieten, ist der schnelle Ausbau der Photovoltaik. Das Energiewende-Bündnis wird sich aktiv in den Aufbau einer ehrenamtlichen Bürger-Solar-Beratung einbringen. „Heute ist die Photovoltaik die günstigste Form der Energieerzeugung“, erläutert D. Knoll vom Aktionsbündnis Energiewende. „Viele bürokratische Vorgaben und veraltete Informationen hindern viele Heilbronner noch daran aktiv zu werden. Mit der Bürger-Solar-Beratung stehen Nachbarn mit Photovoltaik-Anlage ihren Mitbürgern, die noch ‚oben ohne‘ sind, mit ihrem Wissen und Erfahrungen zur Seite.“

Neben Photovoltaik-Anlagen auf den relativ kleinteiligen Dachflächen haben große Solarparks den Vorteil, dass hier in kürzester Zeit viele Solarmodule aufgestellt werden können. „Im Zuge der geplanten Machbarkeitsstudie sollten neben den Autobahnrandstreifen auch neue Anlagenkonzepte wie die Agri-Photovoltaik untersucht werden.“, fordert Knoll. Dabei wird die Fläche unter den höher aufgeständerten Solarmodulen weiter landwirtschaftlich genutzt. Viele Kulturen profitieren von dem Sonnenschutz und höherer Feuchtigkeit in Zeiten der globalen Erwärmung und dem Schutz vor häufigeren Extremwetterereignissen. Das Flächenpotential ist damit um ein vielfaches größer als im Masterplan erwartet. 

Besonders wichtig ist die Erstellung eines Wärmenutzungsplans. „Große Teile Heilbronns werden heute mit Abwärme aus der schmutzigen Steinkohle versorgt“, erklärt May-Stürmer, „Eine Umstellung auf Erdgas muss unbedingt verhindert werden. Erstens bringt es überhaupt nichts, eine fossile Energiequelle durch eine andere zu ersetzen, wenn wir Klimaneutralität erreichen wollen. Und zweitens entsteht beim Verbrennen von Erdgas zwar weniger CO₂ als bei Kohle, aber das Methan, das bei der Gewinnung und beim Transport frei wird, ist auf Sicht von 20 Jahren gut 80 mal treibhauswirksamer als CO₂ “Die Nutzung industrieller Abwärme, Solarthermie, Wärmepumpen, Nutzung von Abwärme künftiger Wasserstoff-Elektrolyse und weitere technische Möglichkeiten können Heilbronn unabhängig von fossilen Energiequellen machen.

  • Einige Zitate und Interview-Auszüge wurden von der Heilbronner Stimme in einem Artikel verwendet.

Aktion gegen die Pläne für ein Erdgaskraftwerk in Heilbronn

"freche" Post an die Stadträtinnen und Stadträte in Heilbronn

19.05.2021

Die EnBW plant, trotz Treibhauseffekt und Klimakrise ein neues großes Gasturbinenkraftwerk am Standort des Heilbronner Kohlekraftwerks zu bauen, eine fatale Entscheidung, die das Treibhausgas-"Budget" auf Jahrzehnte hinaus belasten wird. Und natürlich ist das kein Schritt der Energiewende, sondern im Gegenteil ein falsches Beharren auf einer nicht nachhaltigen, fossilen Ideologie.

Pupskissen

Uns vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn beschäftigt dabei auch, dass die bei Förderung, Bearbeitung, Transport und Verwendung von Erdgas immer vorhandene direkte Freisetzung von Erdgas in die Atmosphäre nicht beachtet wird, obwohl der Hauptbestandteil vom Erdgas, das Methan, noch viel stärker klimaschädlich ist als CO2. Noch dazu wird die Schädlichkeit von Methan häufig unterschätzt, weil in der Vergleichsbetrachtung mit CO2 die zeitliche Dynamik nicht wahrgenommen wird. Der Faktor einer circa 28-fachen Schädlichkeit auf Sicht von 100 Jahren ist schon dramatisch, umso mehr ist das aber der Faktor von circa 84 auf Sicht der ersten 20 Jahre (massebezogen, Zahlen des IPCC).
Das bedeutet: Erdgas ist keinesfalls eine "Brückentechnologie" für die nächsten 24 Jahre bis 2045, sondern es ist geradezu ein Treibhaus-Turbo.

Da sich offenbar die Stadtverwaltung Heilbronn bereits intensiv mit den Plänen für das Gaskraftwerk befasst und nun auch der Gemeinderat damit befasst werden soll, startet das Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn heute eine Aufklärungsaktion mit Post für die Heilbronner Stadträtinnen und Stadträte:

Heute geht das beigefügte Schreiben an die Stadträtinnen und Stadträte in den Versand, begleitet von einem frechen Geschenk: um die Aufmerksamkeit mit etwas Augenzwinkern auf das Thema Gas zu fokussieren, gewissermaßen auch im Sinn einer Folgen-Betrachtung ("es zählt, was hinten raus kommt") schenken wir mit jedem Schreiben ein so genanntes Pups-Kissen. Wir sind gespannt auf die Reaktion der Rätinnen und Räte. Wichtig ist, dass ihnen deutlich wird: ein neues Gaskraftwerk in Heilbronn wäre ein Booster der Klimakrise, und eine Unterstützung durch den Gemeinderat würde viele andere Klimaschutzanstrengungen zerstören.

Hier unser Schreiben an die Heilbronner Stadträtinnen und Stadträte:

Es geht um Gas - Erdgas (Methan) schadet dem Klimaschutz

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte des Heilbronner Gemeinderats,

mit dem Geschenk dieses Scherzartikels möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf ein ernstes Thema richten: Gas.

Im „Netzentwicklungsplan Gas“ wird der Neubau eines Erdgas-Kraftwerks in Heilbronn mit einer Gasanschlusskapazität von 1.200 MW angegeben1. An anderen Kohlekraftwerks-Standorten plant die EnBW den Neubau von Erdgas-Kraftwerken. Wir befürchten dasselbe für Heilbronn.

Kerninfos:

  • Für die entscheidenden nächsten Jahrzehnte wirkt Methan ca. 80x so klimaschädlich wie CO2.
  • Bereits bei konventioneller Erdgasförderung ist die Summe des Klimaschadens durch Methan-Freisetzung plus Verbrennungs-CO2 noch höher als bei Kohleverbrennung.
  • Steigerung der Erdgasförderung bedeutet überproportionale Steigerung der Methan-Freisetzung.
  • Investitionen in Erdgas blockieren Energiewende und Klimaschutz auf Jahrzehnte hinaus.
  • Konsequenz: Erdgas-Pläne für das Heilbronner Kraftwerk müssen gestoppt werden.

Bei der Verbrennung von Erdgas in Kraftwerken wird direkt das bekannte Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Die Befürworter des „Fuel Switch“ zum Erdgas betonen, dass dies weniger ist als bei der Verbrennung von Kohle. Das Problem ist jedoch der Hauptbestandteil von Erdgas: Methan2 (CH4). Ein wesentlicher Teil der Treibhausgaswirkung durch Erdgas entsteht durch beabsichtigtes oder unbeabsichtigtes Entweichen von Methan auf dem Weg des Erdgases von der Quelle zum Endverbrauch (mindestens 4%). Methan wirkt dabei viel stärker klimaerwärmend als CO2. Das IPCC („Weltklimarat“) gibt das Treibhauspotenzial von Methan gemittelt über einen Zeitraum von 20 Jahren ab Freisetzung mit dem 84-fachen von CO2 an3.

Da Erdgas eine knappe fossile Ressource ist, wird es immer aufwändiger, zusätzlichen Erdgasbedarf zu decken. Dieser wird daher beispielsweise aus Schiefergas (Fracking) bezogen. Dabei wird noch wesentlich mehr Methan freigesetzt als bei der konventionellen Förderung. Für den Import von Fracking-Gas, bspw. aus den USA, werden aktuell an der Nordsee neue LNG-Flüssiggasterminals gebaut. Um die Wirkung eines neuen Gaskraftwerks zu bewerten, darf daher nicht mit der durchschnittlichen Klimawirkung von Erdgas gerechnet werden. Es muss mit den Treibhausgas-Emissionen der dafür notwendigen zusätzlichen Gasförderung gerechnet werden. Neue Untersuchungen zeigen dass in einer solchen Gesamtbetrachtung die Auswirkung eines neuen Gaskraftwerks mehr als 40% höher ist als bei einem Kohlekraftwerk.4 Selbst
besonders effiziente GuD-Gaskraftwerke sind kaum weniger klimaschädlich als Kohlekraftwerke.5 Sie bergen aber die Gefahr von „Lock-in“-Situationen: Da die getätigten Investitionen für die Energieversorger unwiederbringlich abgeschrieben sind, würde Strom aus Erdgas unterhalb der Vollkosten verkauft und ein Hindernis für fairen Wettbewerb und insbesondere den Ausbau erneuerbarer Energien darstellen.

Ein neues Erdgas-Kraftwerk wäre somit das Gegenteil von Klimaschutz und damit eine schwere Hypothek für alle Klimaschutzanstrengungen der Stadt Heilbronn.

Heilbronn hat andere Möglichkeiten: in einem klimaneutralen Heilbronn könnte „grünes“ Gas langfristig gespeichert werden und für den Schwankungsausgleich im Falle einer seltenen „Dunkelflaute“ eingesetzt werden. Grünes Gas wird aus Wasserstoff hergestellt. Um Wasserstoff klimaneutral zu produzieren ist zunächst ein Überschuss an Ökostrom notwendig. Hiervon ist Heilbronn weit entfernt. Im Klimaschutz-Masterplan sind wichtige Maßnahmen enthalten um dieses Ziel zu erreichen. Die Nutzung aller Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen leistet dazu einen wichtigen Beitrag, genügt jedoch nicht. Besonders schnell umsetzbar und kostengünstig sind Solarparks, Agri-Photovoltaik-Anlagen6 und Windparks. Die im Masterplan enthaltenen Potenzialuntersuchungen können Sie nutzen, um entsprechende Flächen auszuweisen.7

Das bestehende Nahwärme- und Dampfnetz muss klimaneutral versorgt werden, beispielsweise aus industrieller Abwärme, Solarthermie und der Abwärme künftiger Wasserstoff-Elektrolyse. Eine Versorgung des Wärmenetzes aus der Abwärme eines Gaskraftwerks würde diese innovativen und klimaverträglichen Lösungen hingegen auf Jahrzehnte verhindern.

Für die Wärmeversorgung wird der kommunale Wärmenutzungsplan8 erste Erkenntnisse liefern. Die Beschleunigung der Sanierung der Wohngebäude ist eine Möglichkeit den Wärmebedarf zu senken. Aufgrund begrenzter Handwerks-Kapazitäten ist es notwendig, auch im Bestand schnell Erdgasheizungen zu ersetzen. Besonders effizient sind Wärmepumpen, die dann mit zusätzlichem Ökostrom versorgt werden müssen.

In unserem Klimaschutz- und Energiekonzept für Heilbronn haben wir dargestellt, welche verfügbaren Technologien eingesetzt werden können um schnell Netto-Null Emissionen zu erreichen. Dies ist ohne Mehrkosten und Komfortverzicht möglich9.

Sonnige Grüße
D. Knoll, B. Brenner und F. Wagner
Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn

Die Links zu den Quellen findet ihr hier auf unserer Webseite.

Die von uns aufgedeckten EnBW-Pläne haben zu mehreren Presse-Artikel geführt:

Am Ende des Stimme-Artikels werden zwei wissenschaftliche Studien zum Thema zitiert:

Wie stufen Wissenschaftler eine Umstellung von Kohle- auf Gaskraftwerk ein? Das Fraunhofer-Institut berechnete im Juli 2019 deutlich geringere Kohlendioxidemissionen beim Wechsel von Kohle auf Gas, nannte sinkende Werte von rund 33 Prozent.

Stamme das Gas zum Beispiel aus Pipelines aus Sibirien, könnten auf dem langen Weg indes größere Mengen Methan entweichen, verweist die "Süddeutsche Zeitung" auf eine EWG-Studie. Dann wären Gaskraftwerke ab etwa drei Prozent Entweichungsrate nicht klimafreundlicher als Kohlemeiler. Aber: Es gebe technische Möglichkeiten, solche Methanverluste zu reduzieren.

Wir haben bei den zitierten Wissenschaftlern nachgefragt und folgende Antworten bekommen:

  • Prof. Dr. Burger vom Fraunhofer Institut fühlt sich falsch verstanden und präzisiert:

"Die offiziellen Daten zu den CO2-Emiisionen finden Sie hier in Tabelle 2 auf Seite 16:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-04-01_climate-change_13-2020_strommix_2020_fin.pdf

Gaskraftwerke haben ca. 400g und Steinkohlekraftwerke 835g CO2 pro kWh elektrisch.

Leider sind das nur die Zahlen für die CO2-Emissionen und nicht für die CO2-Äquivalente. Diese enthalten zusätzlich die Klimawirkung von Methanverlusten bei der Förderung und beim Transport. Werden diese mit berücksichtigt, so sind Gaskraftwerke ähnlich klimaschädlich wie Kohlekraftwerke. 
In Ihrem Falle müsste die genaue Lieferkette des Erdgases mit berücksichtigt werden.
"

  • Auch Hans-Josef Fell von der EWG (Energy Watch Group) sieht keinen Klimaschutz-Nutzen und positioniert sich eindeutig gegen neue Gaskraftwerke:

"Die CO2 Emissionen am Schornstein eines Erdgaskraftwerkes sind nicht der Maßstab mit dem die gesamte Klimawirkung eines Erdgaskraftwerkes im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk beurteilt werden darf. Vielmehr müssen immer auch die Vorkettenemissionen bei Förderung und Transport der Rohstoffe einbezogen werden. Da Erdgas erhebliche Methanemissionen bei Förderung und den Leckagen in den Leitungen aufweist, sind die gesamten Treibhausgasemissionen eines Erdgaskraftwerkes bis zu 40 % höher. Bei einem GUD Erdgaskraftwerk sind die Treibhausgasemissionen gegenüber einem Kohlekraftwerk zwar etwas besser, aber die Emissionen sind dennoch unverantwortlich hoch. 
Die exakten Verhältnisse sind in unserer Studie in Abb. 7 dargestellt. 

Heute kann man mit einem Mix aus 100% Erneuerbare Energien und Speichern fast emissionsfrei die Stromerzeugung versorgungssicher bauen und das sogar kostengünstiger als Erdgaskraftwerke. 
Es gibt keinen Grund mehr für einen Neubau eines Erdgaskraftwerkes und vor allem angesichts des Klimanotstandes ist das nicht mehr verantwortbar. Auch die geopolitischen Verwerfungen die mit Erdgas aus Russland, Aserbaidschan oder USA zusammenhängen sind nicht mehr verantwortbar.
"


Fridays for Future Demos

Die Fridays for Future Demos finden inzwischen monatlich statt. Veranstalter ist das neue Bündnis "Heilbronn for Future" dem jetzt auch wir angehören.

An diesem Freitag, 04.06.2021 um 16:30 Uhr gibt es endlich wieder eine Kundgebung mit Demozug in Heilbronn. Treffpunkt ist an der Harmonie. Franz wird für das Aktionsbündnis Energiewende eine Rede gegen die Pläne für ein Gaskraftwerk halten.

Fridays for Future

Wir freuen uns über Spenden für unsere Aktivitäten:

Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar e.V.
Stichwort „Energiewende Heilbronn“
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Energiewende-Treffen als Telko

Unser nächstes offenes Treffen findet am 09.06.2021 um 19:30 Uhr statt. Da Treffen nicht angesagt sind gibt es eine Telefonkonferenz. Wer die Einwahldaten will, bitte einfach kurz per E-Mail bei uns melden. Danke!


Wir freuen uns über Kommentare und Anregungen zu diesem Newsletter und unseren Aktivitäten

Sonnige Grüße

Daniel vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn

 

 

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